06.07.: Der Fall Ethel und Julius Rosenberg – Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges

Arnold_Der_Fall_Rosenberg_web_ml

Ein Vortrag von Olaf Kistenmacher im Rahmen des Start ins Wochenende 2016 im AZ Conni.

Am 19. Juni 1953 wurden Ethel und Julius Rosenberg in New York auf dem
elektrischen Stuhl hingerichtet. Das Gericht hatte sie wegen Atomspionage
für die Sowjetunion verurteilt. Der Fall erregte zu dieser Zeit weltweit
Aufsehen. Viele Linke sahen in dem Ehepaar unschuldige Opfer des
entfesselten Antikommunismus, der die McCarthy-Ära in den USA zu Beginn des
Kalten Krieges prägte. Doch die Stimmung gegen die Rosenbergs und die
beiden Mitangeklagten wurde auch durch antisemitische Vorstellungen über
„jüdische Verräter“ angeheizt. Zugleich zeigt die Darstellung der beiden in
den Medien, dass das Ehepaar Rosenberg als Gegenbild zu den herrschenden
Geschlechterbildern entworfen wurde. Der Prozess wirft bis heute
grundlegende Fragen auf. Das Buch erinnert an das Gerichtsverfahren,
betrachtet seine Rezeption in Literatur und Film und zeichnet die
Verschränkung von antikommunistischen, antisemitischen und sexistischen
Vorstellungen nach.

http://www.edition-assemblage.de/der-fall-ethel-und-julius-rosenberg/

25. Jahre nach dem rassistischen Pogrom von Hoyerswerda

Freitag // 20.05.2016 // 19:30 Uhr // kosmotique

Eine Veranstaltung der kosmotique mit Julia Oelkers (Filmemacherin von out of focus film aus Berlin) und der Initiative Pogrom 91 mit Filmaufnahmen aus den vergangenen 25 Jahren.

2016 jähren sich die Angriffe gegen ehemalige DDR-Vertragsarbeiter und Asylsuchende in Hoyerswerda zum 25. Mal. Seit dem rassistischen Pogrom in der ostsächsischen Stadt beobachtet die Filmemacherin Julia Oelkers aus Berlin die Entwicklungen vor Ort und war immer wieder mit einem Kamerateam in der Region. Mit einem Vertreter der Initiative „Pogrom 91“ spricht sie über Ursachen und Folgen der Angriffe sowie die aktuelle Gedenkpolitik in Erinnerung an das Ereignis. Auch der derzeitige Umgang mit Neonazis und Rassismus in Hoyerswerda im Kontext der aktuellen Zustände in Sachsen wird thematisiert. Julia Oelkers hat bis heute Kontakt zu ehemaligen Vertragsarbeitern und berichtet von ihrem Leben und nach dem Ende der DDR.

Die Veranstaltung wird mit aktuellen und älteren Filmaufnahmen von Julia Oelkers begleitet.

Eine Veranstaltung von der kosmotique, out of focus film und der Initiative Pogrom 91. In Kooperation mit der Wir AG und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

Hinweis: Das ursprüngliche geplante Veranstaltungskonzept mit Manuell Alexandre Nhacutou aus Mosambik als Podiumsgast musste leider geändert werden, da Manuell aufgrund von kurzfristigen Visaproblemen leider nicht von Mosambik nach Deutschland reisen durfte.

Der Nationalsozialistische Untergrund – der Mythos vom Trio!

Am 26. Januar 1998 wurden in Jena mehrere Wohnungen und Garagen im Zuge einer Razzia durchsucht. In der von Beate Zschäpe angemieteten Garage wurden vier funktionsfähige Rohrbomben gefunden. Der zum Durchsuchungszeitpunkt noch anwesende Uwe Böhnhardt konnte, ohne größeres Aufsehen zu erregen, mit seinem Auto wegfahren. Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sind noch am selben Tag untergetaucht.

Dreizehn Jahre später, am 4. November 2011, tauchten die drei Neonazis mit der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Eisenach/ Zwickau wieder auf. In dem fünfzehnminütigen Bekennervideo übernimmt das Terrornetzwerk, auf perfide Art und Weise, die Verantwortung für neun bisher unaufgeklärte Morde und zwei Bombenanschläge. Auch die rassistische Berichterstattung der deutschen Medien wird wohlwollend in dem Video erwähnt. Später wird bekannt, dass auch eine Polizistin dem NSU zum Opfer fiel.

Die Reaktion der deutschen Linken auf den NSU und auf die Unfähigkeit sowie Untätigkeit des deutschen Verfassungsschutzes und der Polizei war, um es vorsichtig zu formulieren, verhalten. Nach einer Phase des Entsetzens und immer neuer Enthüllungen blieb es doch trotz des Ausmaßes der Taten des NSU auffällig ruhig in Deutschlands linker Szene. Es scheint, dass jeder sogenannte Revolutionäre 1. Mai in Berlin oder der Abriss einer baufälligen Häuserreihe in Hamburg mehr Wut erregt als ein neonazistisches Terrornetzwerk, das über Jahre hinweg Menschen ermordete. Mittlerweile wird man das Gefühl nicht los, dass das Interesse am NSU, dem Prozess gegen Beate Zschäpe und den Untersuchungsausschüssen fast bei Null angekommen ist. Dieser Tendenz trotzen mit wichtiger Arbeit Organisationen wie NSU Watch oder die Initiative Keupstraße ist überall sowie einzelne Journalist_innen und Antirasst_innen. Mit unserer Veranstaltungsreihe zum Themenfeld NSU wollen wir zum einen diese Tätigkeiten würdigen und unterstützen, aber auch gegen das zunehmende Desinteresse angehen.

Besonders in Sachsen, dem Land in dem das Trio Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos über Jahre lebten und rege Kontakte mit der sächsischen Naziszene pflegten, halten wir das für besonders wichtig. Denn sächsische Behörden stechen nicht nur durch das Unvermögen heraus, das Netzwerk trotz vorliegenden Hinweisen aufzudecken, sondern auch in der miserablen Aufarbeitung im darauffolgenden Untersuchungsausschuss. Das mag an purer Unfähigkeit liegen oder daran, dass der gleiche Rassismus, der die Täter des Terrornetzwerks zum Morden brachte, derart in der sächsischen Gesellschaft geteilt wird, dass es unmöglich wird diesen zu erkennen, geschweige denn abzulehnen.

31.03.: NSU: Blick in den Abgrund. Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex. Vortrag von Friedrich Burschel.

14.04.: Institutioneller Rassismus bei den Ermittlungen zu den Taten des NSU. Vortrag von der Initiative Keupstraße ist überall.

26.04.: „Blut und Ehre“. Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland. Vortrag von Andrea Röpke.

05.05.: Der NSU und Sachsen. Vortrag von NSUwatch Sachsen.

Literaturhinweise zu der Veranstaltungsreihe gibt es hier!

Buchladen Koenig Kurt meets OAT

Wie jedes Jahr veranstaltet auch diesen März der Buchladen Koenig Kurt eine Buchvorstellung im Rahmen des Offenen Antifa Treffens. Die Leipziger Buchmesse wird wieder zum Anlass genommen ein bzw. das neuste Buch aus dem Hause Verlag Graswurzelrevolution vorzustellen. Deshalb heißt es am 17. März:

gegengeschichten

Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur “Transición” (1936-1982).

Buchvorstellung mit dem Autor Alexandre Froidevaux.

weiterlesen…

10.12. Podium mit critique’n’act

Diesen Donnerstag wird es ein Podium und eine Vorstellung der neu gegründeten Gruppe critique’n’act geben. Hier ist der Ankündigungstext:

Liebe Freund*innen und Gruppen in Dresden,

wir, die Gruppen e*vibes, Ausser Kontrolle, Undogmatische Radikale Antifa und gruppe polar, haben in Dresden critique’n’act gegründet. Für die Organisierung in einem bundesweiten Zusammenhang sind wir außerdem gemeinsam dem Bündnis »…umsGanze!« beigetreten.

Sicher gibt es viele (kritische) Fragen zu solch einem Bündnis. Wir finden linksradikale Organisierung in Dresden und darüber hinaus gerade in Anbetracht der rassistischen Zustände sehr wichtig. Wir wollen versuchen, emanzipatorische Politik in Dresden besser zu vernetzen und sichtbarer zu machen. Die lokale politische Arbeit und die Zusammenarbeit mit Euch bleibt für uns weiterhin wichtig und zentral. Daher laden wir euch ganz herzlich ein, unseren Zusammenschluss und den Beitritt zu »…umsGanze!« mit uns zu diskutieren. Kommt vorbei, wir möchten diesen Prozess gerne gemeinsam mit Euch besprechen und sind gespannt auf Eure Fragen und Anregungen.

Solidarische Grüße,
critique’n’act

Am 26.11. fällt das OAT aus!

Am kommenden Donnerstag, den 26.11., fällt das Offene Antifa Treffen aus und wir werden auch nicht an der Bar anzutreffen sein. Dafür möchten wir euch eine andere Veranstaltung wärmstens ans Herz legen:

In den Räumen des Kurdischen Kulturzentrums findet eine Lesung und Diskussion mit dem Autoren und Journalisten Ismail Küpeli statt. Die von der Gruppe Ausser Kontrolle organisierte und sicherlich spannende Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Hier die Ankündigung:

Lesung und Diskussion „Kampf um Kobane“

mit Ismail Küpeli

26.11. / 19 Uhr / Kurdisches Kulturzentrum / Oschatzer Straße 25

Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure auf die eine oder andere Weise involviert sind. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl den „Friedensprozess“ zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale politische Auseinandersetzungen neu aufzugreifen
– wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung.

Anders gesagt: Lässt sich eine basisdemokratische Gesellschaft durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorische Projekt?

Außerdem werden Internationalist*innen per Skype über ihre Arbeit in Rojava berichten.

Ismail Küpeli, Herausgeber des Sammelbands „Kampf um Kobane, Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“, wird die Beiträge über die Situation in Rojava, die politische Lage in der Türkei, den blutigen Bürgerkrieg in Syrien und den „Islamischen Staat“ darstellen und die Überlegungen der AutorInnen zur Diskussion stellen.

Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft vor 1944

Vortrag und Diskussion mit Olaf Kistenmacher

Wir haben zum zweiten Mal Olaf Kistenmacher zum Offenen Antifa Treffen eingeladen. Diesmal um mit uns über Ursachen des Antisemitismus zu reden. Denn bereits vor den viel zitierten Werken von Horkheimer, Adorno und anderen, gab es Ansätze die es zu diskutieren lohnt.

weiterlesen…

Alte Synagoge Dresden

Alte Synagoge Dresden

We are back!

Das Offene Antifa Treffen (OAT) meldet sich aus der wohlverdienten, aber aufgrund der gesellschaftlichen Unschönheiten, die sich in und um Dresden ereigneten, nicht gerade entspannten Sommerpause zurück. Ab Oktober werden wir wieder einiges unternehmen, wenn schon nicht die Welt ein bisschen besser zu machen, so zumindest weiterhin Kritik an den gesellschaftlichen Unzumutbarkeiten zu üben. Wir möchten diese Rückmeldung sogleich für zwei Bekanntmachungen nutzen. Einerseits entschuldigen wir uns dafür, dass die Audiomitschnitte der Kommunismusreihe nur rudimentär online abrufbar sind. Es gab leider technische Probleme, die glücklicherweise behoben werden konnten, sodass dem Nachhören unseres bisherigen opus magnum bald nichts mehr im Wege stehen dürfte. Andererseits wird es auch in diesem Jahr – nachdem wir letztes Jahr die Literaturhinweise zu den Veranstaltungsreihen eingeführt hatten – eine Neuerung geben: eine offene Besprechung und Diskussion von Texten.

Dieses neue „Format“, in welchem wir mit euch Fragen und Thesen zu einem Themenkomplex anhand vorher zu lesender Texte diskutieren wollen, bieten wir an veranstaltungsfreien Donnerstagen an – damit in ganz neoliberaler Manier kein Termin verschwendet wird. Für Informationen zu den Themen, Fragen und Texten checkt einfach unsere Terminspalte. Den Auftakt bildet aufgrund des 25jährigen Jubiläums, der einschneidenden Bedeutung für die radikale Linke und der vermehrt zu vernehmenden Analogisierungen zu den 1990er Jahren die Betrachtungen und Fragen nach der Aktualität des „Nie wieder Deutschland“, der Sinnhaftigkeit antideutscher Kritik. Als Diskussionsgrundlage dienen jeweils zwei Beiträge der Diskoreihe in der Jungle World zu diesem Thema. Auftakt ist der 15.10.2015 mit den Texten Immer wieder Tröglitz von Detlef zum Winkel und Wie alles anfing von Gaston Kirsche.

Selbstverständlich wird auch das OAT – wie wohl alle in Dresden ansässigen politischen Gruppen – die sächsischen Verhältnisse, die besonders mit den Namen Freital und Heidenau in Verbindung gebracht werden müssen, weiterhin im Auge behalten. Bei aktuellen Anlässen und Gesprächsbedarf wird dementsprechend natürlich auch am Donnerstag das AZ Conni einen Anlaufpunkt bieten. – Quasi ein Offenes Antifa Treffen dem klassischen Wortsinne nach!

 

Unser Programm für den Oktober:

08.10. Popcorn- und Sektkino

15.10. Artikelbesprechung „Nie wieder Deutschland!“ I

22.10. Vortrag: Solidarität mit Romanistan!?

29.10. Artikelbesprechung „Nie wieder Deutschland!“ II

Start 20 Uhr, im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str. 39.

Sommer – Sonne – Antifa

sommer-sonne

Das OAT macht Urlaub!

Und da wir nicht einsehen wollen, dass sich Menschen mit weniger als 30 Urlaubstagen zu frieden geben müssen, gleich mal richtig: und zwar von Juni bis Oktober.

Solltet ihr auch mal machen (zumindest von Arbeit/Studium etc.) denn politische Arbeit gibt es in dieser Stadt auch noch mehr als genug, besonders in diesem Sommer.

Filmvorführung: Der Tschekist

Bevor es am 07. Mai mit dem Vortrag “Utopie und Propaganda in der DDR” von Ulrike Breitsprecher bei uns weitergeht, gibt es bereits einen Tag zuvor in der kosmotique eine interessante Filmvorführung zu sehen, die wir hiermit gern bewerben möchten. Die gruppe polar zeigt den 90minütigen Film “Der Tschekist” von Alexander Rogozhkin.

Der Tschekist

ein Film von Alexander Rogozhkin

Im Rahmen der Diskussionsreihe In-die-Kommunismus?
Mittwoch, 6. Mai 2015, 20:00 Uhr, kosmotique (Martin-Luther-Str. 13)
Film & Diskussion

Der Tschekist Andrej Srubow ist ein führender Offizier der neu geschaffenen Tscheka im revolutionären Russland Anfang der 20er Jahre. Mit der neuen Organisation verbreitet er Angst und Schrecken unter der Bevölkerung einer russischen Kleinstadt. Auf der Suche nach echten oder vermeintlichen Andersdenkenden – Aristokraten, christlichen Würdenträgern, Juden, Intellektuellen – werden fast wahllos Männer, Frauen und Kinder verhaftet, binnen kürzester Zeit verhört, abgeurteilt und schliesslich erschossen. Srubow wird als distanzierter und kalter, aber nachdenklicher Charakter gezeigt. Von früheren Freunden wird er gemieden, seine Familie wendet sich von ihm ab. Im Verlauf des Geschehen verliert er nach und nach den Verstand.

Der 1992 erschienene Film betrachtete als erster postsowjetischer Film schonungslos den roten Terror der Bolsheviki. Er basiert auf dem 1923 verfassten, aber erst 1989 veröffentlichten Roman “Splitter” von Vladimir Yakovlevich Zubtsov – selbst ein überzeugter
Revolutionär und Bolshevik – der den Stoff für sein Buch aus Gesprächen mit Angehörigen der Tscheka sammelte.

Deutscher Titel: Der Tschekist
Originaltitel: Чекист Le tchékiste
Regie: Alexander Rogoschkin
Erscheinungsjahr: 1992
Länge: 90 min
Sprache: Russisches Original mit deutschen Untertiteln